HVI-Systeme prüfen
Für Sicherheit bei Montage, Abnahme und Wiederholungsprüfung: Nutzen Sie den Prüfbericht als praktische Orientierungshilfe bei der Errichtung von Blitzschutzsystemen und unser Angebot für die Funktions- und Zustandsbestimmung von HVI-Leitungen.
Notwendige Dokumente für die Überprüfung
Folgende Dokumente müssen zur Überprüfung eines HVI-Systems vorliegen:
- Anlagendokumentation allgemein
- Unterlagen zur Planung des LPS-Systems (Lightning Protection System)
- Trennungsabstandsberechnung
- Montageanleitung, gültig zum Zeitpunkt der Errichtung
Vorgeschriebene Prüfintervalle
Die erforderlichen Prüfintervalle ergeben sich aus den normativen Vorgaben DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3), Abschnitt E.7.1. Die Schutzklasse bestimmt die zeitlichen Prüfungsabstände. Ausnahmen gibt es nach einem Blitzeinschlag oder baulichen Veränderungen, wodurch sich die Intervalle verkürzen. Die Prüfung eines HVI-Systems darf nur durch qualifiziertes, geschultes Fachpersonal erfolgen.
Sichtprüfung
Die Sichtprüfung der HVI-Leitungen erfolgt vom Einspeisepunkt bis hin zum Anschluss an das LPS-System (Lightning Protection System) oder die Erdungsanlage. Folgende Kriterien müssen unter anderem kontrolliert werden:
I. Stützrohr
- Montageorte: Wurden die Stützrohre außerhalb der Ex-Zone 1/21 aufgestellt?
- Wurde der Endverschlussbereich am Stützrohr eingehalten (metallfreier Bereich – Reuse)?
- In welchem Zustand ist die Umschrumpfung der Anschlusselemente?
- Wurde das Aluminiumrohre an den nächstgelegenen Punkt des Potentialausgleichs der Anlage angebunden?
II. Horizontale / vertikale Leitungsverlegung
- Gibt es Verletzung oder Schadstellen am HVI-Mantel?
- Wurden die zulässigen Biegeradien eingehalten?
- Wurde der Mindestabstand parallel geführter Leitungen (Abstand > 200 mm) eingehalten?
- Wie wurde der Endverschluss bei Anbindung an Attiken oder Ringleitungen ausgeführt?
Umfassende Prüfung
Die umfassende Prüfung erfolgt abhängig von der Blitzschutzklasse bzw. den örtlichen Gegebenheiten wie Ex-Zonen oder korrosiven Atmosphären in unterschiedlichen, regelmäßigen Zeitintervallen. Im Unterschied zur Sichtprüfung wird bei einer umfassenden Prüfung eine zusätzliche Messung empfohlen: Bei einem vermaschten HVI-System wird mittels Schleifenmessung überprüft, ob ein niederohmiger Durchgang (Richtwert < 1 Ohm) gegeben ist.
Die klären wir gerne persönlich.
HVI check: einfache Funktions- und Zustandsbestimmung der HVI-Leitungen
Mittels der beiden Messverfahren 1 kV und 15 kV können sowohl mechanische als auch elektrische Beschädigungen, zum Beispiel Bohrungen oder Durchschläge in Folge von Überlastungen, an HVI-Leitungen sicher festgestellt werden.
HVI check umfasst neben den beiden Messverfahren auch prüfbare / isolierte Anschlusselemente, Isolierkappen, Werkzeug und Klemme. Die Prüfung ist mit einem handelsüblichen Isolationsmessgerät durchführbar.
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Montage von HVI check
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Isolationsmessung von HVI check
Mehr Infos zum HVI-Blitzschutz
Lernen Sie den HVI-Blitzschutz näher kennen und erfahren Sie, worauf es bei Trennungsabständen ankommt.
Mit den hochspannungsfesten, isolierten Leitungen des HVI-Systems halten Sie Trennungsabstände auf unkomplizierte Weise ein. Die HVI-Leitung (High Voltage Insulation) führt den Blitzstrom von der Fangeinrichtung sicher zur Erdungsanlage.
Die Einhaltung des Trennungsabstandes verhindert gefährliche Überschläge zwischen geerdeten Gebäudeteilen und den blitzstromführenden Komponenten der Blitzschutzanlage.
Downloads
Prüfbericht
Prüfung des HVI-Blitzschutzsystems
HVI check
Isolationsprüfung der HVI-Leitungen
Prüfanleitung
Isolationsprüfung an hochspannungsfesten, isolierten Ableitungen
Montageanleitung
HVI light plus – isolierte Anschlusselemente
FAQ
- Ein HVI-System ist ein elektrisch isoliertes äußeres Blitzschutzsystem nach DIN EN IEC 62305-3. Somit sind für die Prüfung die Mindestanforderungen nach Abschnitt 7 zu erfüllen. Zusätzlich sind an die Art und Häufigkeit von Prüfungen auch behördliche Auflagen oder die Vorgaben von Sachversicherern oder technische Regelwerke (z. B. DIN EN IEC 62305-3, Beiblatt 3 *)) zu berücksichtigen, sofern diese zutreffend sind.
*) die DIN EN IEC 62305-3, Beiblatt 3 erscheint voraussichtlich im Oktober 2026. Bis zum Erscheinen dieses Beiblattes sollten die Prüfintervalle der DIN EN 62305-3, Beiblatt 3:2012-10 verwendet werden.
- Laut Tabelle 1 DIN EN 62305-3 Bbl 3 (VDE 0185-305-3 Bbl 3):2012-10 gilt:
Für Blitzschutzanlagen der Schutzklassen I und II ist eine Sichtprüfung jährlich und eine umfassende Prüfung alle zwei Jahre vorgesehen. In kritischen Situationen erfolgt die umfassende Prüfung jährlich.
Bei Schutzklassen III und IV ist eine Sichtprüfung alle zwei Jahre und eine umfassende Prüfung alle vier Jahre erforderlich; auch hier gilt in kritischen Situationen eine jährliche umfassende Prüfung.
- Für umfassende Prüfung bei kritischen Situationen gilt:
a) Blitzschutzanlagen für explosionsgefährdete bauliche Anlagen sollten alle 6 Monate einer Sichtprüfung unterzogen werden. Die messtechnische Prüfung der Installation sollte einmal im Jahr ausgeführt werden. Um Erkenntnisse der jahreszeitlichen Schwankungen zu erhalten, ist es zulässig, im Zyklus von 14 oder 15 Monaten zu messen, um so den Erdübergangswiderstand zu verschiedenen Zeitpunkten im Jahr zu ermitteln. - b) Kritische Situationen könnten sich auf bauliche Anlagen beziehen, die störempfindliche Systeme beinhalten, oder auf Bürogebäude, Geschäftshäuser oder Plätze, auf denen sich eine größere Anzahl von Personen aufhalten kann.
- Die DIN EN IEC 62305-3 gibt keine klaren Prüfintervalle vor. Die Intervalle sind abhängig von bestimmten Faktoren wie beispielsweise der Nutzung von baulichen Anlagen, verwendete Werkstoffe, örtlicher Umgebung (z. B: Anlagen mit explosionsgefährdeten Bereichen) und Bodenbedingungen.
- Zusätzlich zu den festgelegten Prüfintervallen sollte ein LPS immer dann geprüft werden, wenn wesentliche Veränderungen oder Reparaturen durchgeführt wurden oder nach einem registrierten Blitzeinschlag.
Durch eine Sichtprüfung wird geprüft, ob
- das Gesamtsystem mit den technischen Unterlagen übereinstimmt;
- sich das Gesamtsystem des äußeren und inneren Blitzschutzes in einem ordnungsgemäßen Zustand befindet;
- keine losen Verbindungen und Unterbrechungen der Leitungen des Blitzschutzsystems vorhanden sind;
- keine Teile des Systems infolge von Korrosion deutlich geschwächt sind, besonders in Höhe der Erdoberfläche;
- alle sichtbaren Erdungsanschlüsse in Ordnung sind;
- alle sichtbaren Leiter und Systemkomponenten an den Montageflächen befestigt sind und die Komponenten, die mechanischen Schutz bieten, z. B. Distanzhalter, Stützrohre, funktionsfähig sind und sich an der richtigen Stelle befinden;
- die Einbauanleitungen (Montagerichtlinien) der Hersteller eingehalten wurden;
- keine Änderungen an der geschützten baulichen Anlage vorgenommen wurden, die zusätzliche Schutzmaßnahmen erfordern;
- die Trennungsabstände eingehalten werden;
- Messstellen eindeutig (z.B. durch Kennzeichnungsschilder) zuzuordnen sind, um die Reproduzierbarkeit der Messwerte sicherzustellen
Nach der Abnahmeprüfung ist das Blitzschutzsystem in regelmäßigen Zeitabständen auf ordnungsgemäßen Zustand zu prüfen. Die umfassende Prüfung beinhaltet die Prüfung der Dokumentation, eine Sichtprüfung und eine elektrische Prüfung unter Beachtung der jeweils gültigen Herstellervorgabe zum Zeitpunkt der Errichtung.
Eine regelmäßige wiederkehrende umfassende Prüfung ist die Voraussetzung für die dauernde Wirksamkeit eines Blitzschutzsystems (z. B. HVI-System).
Die elektrische Prüfung eines HIL-Systems kann neben einer Durchgangsprüfung (Richtwert <1 Ω) auch eine Isolationsprüfung beinhalten. Dies sollte bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden. Werden oder können diese Prüfungen nicht durchgeführt, so ist dies im Prüfprotokoll zu vermerken.
Mit HVI check können sowohl mechanische als auch elektrische Beschädigungen, die bei einer Sichtprüfung nicht erkannt werden können, wie etwa Beschädigungen der Isolation hinter einer Fassade, an HVI-Leitungen detektiert werden.

